Oberschule Badenhausen

Ohne Mecker-Modus, aber mit Gelassenheit Corona begegnet und den Abschluss geschafft

29 Schüler der Oberschule Badenhausen nahmen die begehrten Abschlusszeugnisse entgegen.

Auch wenn bereits zum zweiten Mal in Folge wegen der Corona-Krise die große und traditionelle Abschiedsfeier nicht in der Aula der Oberschule Badenhausen (OBS) stattfinden konnte, musste jedoch niemand auf eine feierliche Stimmung verzichten. Um den Schülern der Klassen 10a und 10b einen gebührenden Abschluss zu bereiten, wurden die Feierlichkeiten am vergangenen Freitag erneut in die große Sporthalle verlegt, die dank eines fleißigen Helfer-Teams ansprechend geschmückt war. „Noch bis zum 29. Juni 15 Uhr hätte dieser heutige Tag mit mehr Normalität begangen werden können“, betonte der Schulleiter Frank Keller und meinte damit zum Beispiel Sitzabstände wie im Klassenzimmer ohne Masken und nebeneinander. „Aber um 15.01 Uhr kamen wahrscheinlich wegen der Delta-Variante neue Vorgaben vom Kultusministerium“. Aus diesem Grund würden alle im Schachbrettmuster verteilt mit Abstand und medizinischen Masken sitzen. „Dennoch kann ich diese Einschränkungen bei unserer stark gesunkenen Inzidenzzahl nur schwer verstehen. Mir ist unverständlich, dass die Schulen Hygienekonzepte entwickeln und bei der Europameisterschaft sind die Stadien brechend voll“, kritisierte Keller „ich finde, dass bis zum heutigen Tag viel zu wenig an Euch gedacht wurde“. Dennoch, trotz des anderthalb Jahre langen nicht normalen Schulalltags, würden die Schüler jetzt gut vorbereitet von der OBS abgehen. „Ihr verlasst, obwohl Ihr es vielleicht nicht so seht, einen beschützten Raum. Auch wenn die Zukunft, die vor Euch liegt, ungewiss ist, werdet Ihr sie mit Hilfe Eurer Eltern und Freunde selbst gestalten“. Große Herausforderungen, die auf die Schüler warten würden, seien der Klimawandel, die Pandemie, die Digitalisierung und das lebenslange Lernen. Im Kleinen würden aber neben Freude auch Leid, neben Erfolgen auch Misserfolge und gelegentlich auch Umwege im privaten und beruflichen Wege auf sie zukommen. „Lasst Euch helfen, hört auf Ratschläge und seid nicht gleich genervt. Denkt immer daran, was Euer Handeln beim Gegenüber auslöst“, so Keller.

Der Bürgermeister der Gemeinde Bad Grund, Harald Dietzmann, betonte in seiner Rede, dass es gerade für junge Menschen eine schwierige Zeit gewesen sei, in der der das so wichtige Miteinander und die Freizeit auf ein Minimum reduziert werden musste. „Trotzdem habt Ihr es mit vereinten Kräften, denen Eurer Eltern und der Lehrer, bis zum Abschluss geschafft. Corona war eine Erfahrung der außergewöhnlichen Art. Dennoch sind Ihre Aussichten nicht getrübt und Ihr Bildungsabschluss ist nicht weniger wert, sondern gerade durch die Belastung als etwas Besonderes anzusehen“. Pastor Thomas Waubke ermutigte in seinem Redebeitrag dazu, positiv in die Zukunft zu blicken. „Ich wünsche Euch ein Leben in vielen bunten Farben“, so Waubke „Noah war 40 Tage lang mit seiner Arche unterwegs und Ihr ward mindestens 72 Monate auf dieser Schule“. Mit Sieben Steinen und den dazugehörigen sieben Farben eines Regenbogens wünschte der Pastor den Abschlussschülern unter anderem viele neue Möglichkeiten, viel Energie, Geborgenheit in der Gemeinschaft und die Vielfalt des Lebens zu erfahren. „Bitte träumt nicht zu wenig“, so der Pastor zu den Schülern.

Der Vorsitzende des Fördervereins der OBS, Bernd Hausmann, betonte, dass sich die Schüler in dieser Zeit durchgebissen hätten, worauf sie sehr stolz sein könnten. Anhand eines Zeitstrahls auf einem Zollstock verdeutliche Hausmann, dass dieser Abschluss nur ein Baustein von vielen in Leben der Schüler sei. „Das Rüstzeug habt ihr an der OBS erhalten, genießt den Tag, den Abschluss und eure Ferien“. Die Schülerrede kam von Henrik Dernedde (10a). Die Pandemie sei für alle nicht einfach gewesen, und es sei sehr schade, dass man nicht in einem größeren Rahmen diese Feier begehen könne. Dernedde dankte stellvertretend den Lehrern für die Unterstützung. „Und vielen Dank an Herrn Schwab für all die schönen Lebensweisheiten“, so Dernedde humorvoll.

„Ihr habt etwas erreicht, auf das Ihr stolz sein könnt“, so die Klassenlehrerin der 10b Stefanie Kuchenbecker, die von vielen Höhen und Tiefen im Klassenalltag berichtete. Viele hätten ihr gegenüber angedeutet, keine Lust zu dieser Abschiedsfeier zu haben und deshalb wohl auch nicht kommen wollten. „Ich freue mich, dass alle da sind. In ein paar Jahren werdet Ihr sehen, dass es gut war, diesen wichtigen Abschnitt zu feiern, denn ein solcher Moment kommt nicht wieder“, so Kuchenbecker. Der Klassenlehrer der 10a, Patrick Schwab, hob humorvoll hervor, dass er als neuer Lehrer genauso wie die meisten Entlassschüler im September 2015 an der OBS „eingeschult“ worden sei. „Ich kann mir die Schule gar nicht ohne Euch vorstellen“. Er drückte auch seine Bewunderung aus, dass die Schüler unter Corona nicht in den Mecker-Modus gefallen seien, sondern zum großen Teil mit Gelassenheit reagiert hätten. „Wenn Ihr alles so meistert, wie die vergangenen anderthalb Jahre, kann Euch eigentlich nichts aufhalten“, so Schwab.

Die Feier in der Sporthalle zu organisieren, sei eine logistische Herausforderung gewesen, was vielen Helfern und der scheidenden Elternratsvorsitzenden Anja Kohlrausch zu verdanken sei, die sich über zehn Jahre lang engagiert hat. „Sie haben sich durch jahrelanges Engagement im Schulelternrat, in der Schulvorstand und bei der Werbung für den Besuch der OBS sehr verdient gemacht“, so Keller. Kohlrausch dankte für die jahrelange gute Zusammenarbeit mit der Schulleitung und den Lehrern. Als Dankeschön gab es für die Lehrer eine Flasche Rotwein, eine Rose und ein individuelles kleines Geschenk.

Für den musikalischen Rahmen sorgte der ehemalige Schüler Marius Kohlrausch mit stimmungsvoller Musik am Keyboard mit den Titeln „The Sound of Silence“ und „Auf uns“.

(Text und Fotos: Herma Niemann; veröffentlicht im Seesener Beobachter und im Harz Kurier, Tageszeitung für den Landkreis Göttingen)

  

  

  

  

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