Oberschule Badenhausen

Regionales Lernen - HGV Badenhausen

Kooperation mit dem Heimat- und Geschichtsverein Badenhausen

"Kriegsdrohungen und Machtspiele bereiten Angst und Sorge"

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Volkstrauertag in Badenhausen: Oberschüler befassten sich mit Namen der im Zweiten Weltkrieg gefallenen Badenhäuser

„Namen“ war das Thema des  Gottesdienstes zum Volkstrauertag in St. Martin Badenhausen. Jeder Name ist der Schlüssel zu einer Geschichte, weil zu jedem Namen ein unverwechselbarer, einzigartiger Mensch gehört. „Gedanken des Friedens und nicht des Leidens“ hat Gott über die Menschen, so führte Thomas Waubke während der Predigt aus. Darum seien die Menschen zum Frieden bestimmt. Er führte am Beispiel des Klimawandels und der deutschen Waffenexporte nach Saudi-Arabien aus, dass Frieden seinen Preis habe. „Wir müssen uns schämen, dass unser Wohlstand mit Menschenleben bezahlt wird. Und darum rufen wir Gottes Namen an um Frieden, rufen, schreien, wo wir selbst ohnmächtig sind“.

Mit den Namen auf dem Ehrenmal in Badenhausen hatten sich Ronja Schönewald, Lucas Wunstorf und Nico Mischok befasst, drei Achtklässler der Oberschule Badenhausen. Sie stellten ihr Projekt vor, das sie und andere Mitschüler  während des Wahlpflichtkurses „Regionalgeschichte“ zusammen mit ihrem Lehrer Thomas Koch sowie dem Heimat- und Geschichtsverein Badenhausen erarbeitet hatten.

Sie hatten sich mit dem Krieg und dessen Auswirkungen befasst. Dabei erfuhren sie, dass jeder vierte Mann in Badenhausen sein Leben als Soldat im Zweiten Weltkrieg lassen musste, 172 Gefallene sind zu beklagen. Die Schülerinnen und Schüler glichen die  Namen mit den Daten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge ab. Weil sie bei vielen Namen noch weitere Informationen brauchten, um sie eindeutig vermissten Menschen zuordnen zu können, stand der HGV Badenhausen mit Thomas Burgardt ihnen hilfreich zur Seite. So gelang es ihnen, den Bestattungsort von 62 Gefallenen zu recherchieren. Dass es beim dem Projekt nicht um längst Vergangenes geht, wurde deutlich, als eine Badenhausenerin vom Besuch am Grab ihres Schwiegervaters in Lettland erzählte.

„Wir sind froh, dass dieser schreckliche Krieg vorbei ist und das viele der einstigen Feinde in den letzten Jahrzehnten Freunde geworden sind.“ Aber es gibt immer noch und in letzter Zeit verstärkt Kriege: in Syrien, in Afghanistan, im Jemen, im Irak und in der Ukraine. Und leider gibt es wieder verstärkt Kriegsdrohungen und Machtspiele – genau das bereite ihnen Angst und Sorge. „Die Toten und die jetzt Notleidenden mahnen uns, sich für den Frieden weltweit einzusetzen. Daher sollten wir immer wieder den Toten und Notleidenden gedenken.“ Das taten die drei auch bei der Kranzniederlegung am Ehrenmal.

Ortsbürgermeister Erich Sonnenburg sagte am Ehrenmal, man habe sich dort versammelt, um sich an die schlimmsten Zeiten deutscher Geschichte zu erinnern.

Worte des Gedenkens mögen zwar  den Eindruck erwecken, als rede man über längst Vergangenes, über etwas, das eigentlich keinen Bezug mehr zu unserem heutigen Leben habe. „Aber das Gegenteil ist der Fall. Und wir alle, die wir hier versammelt sind, wissen das. Es gibt so viele internationale Krisen von unterschiedlicher Natur und alles zeitgleich, wie nie zuvor.“

Es  sei allein ein Gebot der Mitmenschlichkeit, nicht wegzuschauen. Aber es sei  auch ein Gebot der Vernunft, zu versuchen, Krisen einzudämmen, denn Konflikte griffen oft und manchmal sehr schnell über ihren Ursprungsort hinaus. Allein seit fast elf Jahren stehen deutsche Truppen in Afghanistan. „Das ist länger, als die beiden Weltkriege des vorigen Jahrhunderts zusammen gedauert haben“.

Deutsche Soldatinnen und Soldaten werden ins Ausland geschickt, sie kämpfen dort, riskieren ihr Leben, aber das  ist im öffentlichen Bewusstsein kaum präsent. Das liegt sicher mit daran, dass die Einsatz- und Kriegsschauplätze nicht nur geografisch weit von uns weg sind.

„Gerade wir wissen aus unserer Geschichte sehr genau, dass Freiheit und Demokratie nicht von allein entstehen und nicht von allein erhalten bleiben“, so Sonnenburg weiter. .“Sie brauchen vielmehr Menschen, die für sie kämpfen und sie bewahren, die sie schützen und stärken.“

Der Gottesdienst wurde von den Martinsbläsern, unter Leitung von Thomas Asche, dem Organisten Peter Wendlandt und dem Männergesangsverein Badenhausen, unter Leitung von  Peter Stäblein, musikalisch gestaltet. Pascal Teuber brachte das Lied „Nicht in meinem Namen“ zu Gehör, mit dem sich Klavierkabarettist Bodo Wartke gegen radikale und  menschenverachtende Auslegungen jedweder Religion wendet.

(Text unf Fotos: Petra Bordfeld, Harz Kurier vom 23.11.17 und Seesener Beobachter vom 23.11.17)

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Zweiter Weltkrieg: OBS-Schüler begeben sich auf Spurensuche

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In Zusammenarbeit mit dem Heimat- und Geschichtsverein Badenhausen die Schicksale der Gefallenen recherchiert

Die Wahlpflichtkurse Geschichte der Jahrgänge 7 und 8 unter der Leitung ihres Lehrers Thomas Koch begaben sich in diesem Schuljahr auf Spurensuche in ihrem Schulort. Mithilfe von Unterrichtsmaterial des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge beschäftigten sich die Schüler/innen mit dem Thema Krieg. Neben Definitionsansätzen, Kriegstypen und Ursachen von Kriegen standen vor allem die Kriegsgräuel und das Leiden der Zivilbevölkerung im Vordergrund. Um sich diese Leiden immer wieder bewusst zu machen und Krieg in Deutschland und in Europa und nach Möglichkeit auch weltweit zukünftig zu verhindern, beschäftigten sich die Schüler/innen mit der Entstehung und der Bedeutung des Volkstrauertages sowie der Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Der vom Volksbund 1920 eingeführte Volkstrauertag steht bis heute für das Gedenken an die Opfer von Krieg, aber auch für Versöhnung und Verständigung.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge wurde bereits 1919 gegründet und kümmert sich um die Pflege von bis heute fast 900 Kriegsgräberstätten. Darüber hinaus fördert der Volksbund in seinen Workcamps und Jugendbegegnungsstätten den Austausch, Frieden und Verständigung.

Vor diesem Hintergrund machten sich die Schüler auf zu einer Spurensuche nach den Gefallenen des Zweiten Weltkriegs aus Badenhausen. Grundlage hierfür war die Liste der Gefallenen und Vermissten, die am Ehrenmal bei der St. Martin-Kirche in Badenhausen angebracht ist. Mithilfe der „Gräbersuche online“ des Volksbundes wurden die Grabstätten der Gefallenen gesucht. Für diese Recherchearbeit erhielten die Schüler die Unterstützung des Heimat- und Geschichtsvereins Badenhausen. Zunächst erläuterte der 1. Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsverein, Thomas Burgardt, Grundzüge zum Verlauf des Zweiten Weltkriegs. Dabei ging er vor allem auf die Leiden der Zivilbevölkerung ein. Diverse Museumsgegenstände wie Stahlhelme, Wehrpässe und Essensmarken illustrierten den Vortrag und gaben einen umfassenden Einblick.

In einer zweiten Phase unterstützte der HGV die Recherche, da nicht alle Gefallenen und Vermissten bei der Gräbersuche des Volksbundes gefunden werden konnten und weitere Informationen recherchiert werden mussten.

Die Grabstätten werden von den Schüler/innen in eine große Europa-Karte eingetragen, die später im Heimatmuseum in Badenhausen ausgestellt werden soll. Damit können auch Angehörige erfahren, wo sich die letzte Ruhestätte ihres Vaters, Großvaters oder Ur-Großvaters befindet.

(Herma Niemann im Seesener Beobachter vom 22.04.17 und im Harz Kurier vom 18.04.17)

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Unsere Kooperation mit dem Heimat- und Geschichtsverein Badenhausen

Über Jahre kooperieren der Heimat- und Geschichtsverein Badenhausen und die Oberschule Badenhausen miteinander. Regelmäßig werden hierfür Wahlpflichtkurse zur Regionalgeschichte angeboten.

Im kommenden Schuljahr wird der Wahlpflichtkurs "Regionalgeschichte" die Homepage des Heimat- und Geschichtsvereins Badenhausen erstellen und gestalten.

In der Vergangenheit gab es diverse Projekte:

Die Zusammenarbeit zwischen der Oberschule Badenhausen und dem Heimat- und Geschichtsverein Badenhausen ist auch Bestandteil des Schulmagazins 5 bis 10. Unter der Überschrift „Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern“ (S.51-54) wird die Planung und die Erstellung eines Ausstellungsraumes zur Badenhäuser Kirchengeschichte in der St.Martin-Kirche in Badenhausen geschildert. Ein Wahlpflichtkurs des 8. Jahrgangs hat sich ein Schuljahr lang mit diesem Projekt beschäftigt.

Zunächst erarbeiteten sich die Schüler/innen wesentliche Aspekte der Geschichte ihres Schulortes. Ein besonderer Schwerpunkt wurde dabei auf die Geschichte der St. Martin Kirche gelegt. In diesem Zusammenhang erhielten die Schüler/innen vom ersten Vorsitzenden des HGV eine Einführung in die Kirchengeschichte.

In einem weiteren Schritt erkundeten die Schüler/innen das Heimatmuseum. Ausstellungsstücke und Funktionsweise eines Museums wurden ihnen erläutert. In der Folge bekamen die Schüler/innen vom ersten Vorsitzenden des Heimat- und Geschichtsvereins eine Einführung in das Archivwesen, speziell das Archivierungssystem des Heimatmuseums wurde ihnen erklärt. Anschließend setzten die Schüler/innen ihr theoretisches Wissen praktisch um und archivierten unterschiedliche Gegenstände.

In den folgenden Wochen wurden die Ausstellungsstücke aus der Kirche gesichtet, gereinigt und für die Ausstellung vorbereitet. Gleichzeitig wurde die Ausstellungsfläche entsprechend vorbereitet. Da der Raum als Abstellraum genutzt wurde, mussten zunächst diverse Gegenstände entfernt und der Raum aufgeräumt werden. Dann wurde die Fläche gesäubert und erhielt einen neuen Anstrich. Anschließend wurden die Ausstellungsgegenstände angebracht bzw. ausgestellt. In der Schule wurden schließlich Erläuterungstexte geschrieben und in der Ausstellung entsprechend angebracht sowie das Projekt anhand eines Projektberichtes ausgewertet. Im Rahmen eines Gottesdienstes am 27.09.15 wurde die Ausstellung feierlich eröffnet.

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