Oberschule Badenhausen

Oberschülern fehlen die wichtigen Betriebspraktika

Der SPD-Ortsverein Bad Grund besuchte mit dem Landratskandidaten Marcel Riethig die Oberschule in Badenhausen.

Ein Praktikum ist der beste Weg in eine Ausbildung. Doch wegen der Corona-Krise heißt es momentan für die Schüler Homeschooling und Wechselunterricht meistern, anstatt erste praktische Erfahrungen in potenziellen Ausbildungsbetrieben machen zu dürfen. Dass die Schüler momentan sowieso unter erschwerten Bedingungen lernen müssen, werde traurigerweise noch davon übertroffen, dass seit einem Jahr keine Berufsmessen und auch nicht die wichtigen Praktika in den Betrieben stattfinden dürfen. Das betonte der Schulleiter der Oberschule Badenhausen (OBS), Frank Keller, bei einem Besuch des SPD Ortsvereins Bad Grund, an dem auch der Bürgermeister der Gemeinde Bad Grund, Harald Dietzmann, und der SPD-Landratskandidat, Marcel Riethig (Kreisrat) teilnahmen.

„Der Austausch mit den Ausbildern und den Auszubildenden in den Betrieben ist sehr wichtig, damit fallen wichtige Erfahrungen weg“, bedauerte Keller. Vielleicht müsse man, wie beim digitalen Lernen, auch in diesem Bereich neue Wege gehen und die Schüler direkt ansprechen. Zum Beispiel waren an dem Vormittag Mitarbeiter der Verwaltung Bad Grund vor Ort und hatten den Abschlussschülern die Ausbildung zur Fachkraft Abwasser bei der Gemeinde vorgestellt, wie Keller berichtete. Bei der Gelegenheit ging Marcel Riethig auf den Fachkräftemangel im Handwerk ein. Verständlicherweise würden Eltern für ihre Kinder immer die besten Ausbildungschancen wünschen, was jedoch nicht immer bedeuten müsse, dass man unbedingt das Abitur ablegen und studieren müsse. „Es gibt mehr arbeitslose Akademiker als arbeitslose Handwerksmeister“, so Riethig. Der designierte Kreistagskandidat, Olaf de Vries (Ortsbürgermeister von Gittelde) ergänzte, dass es viele Ausbildungsplätze und interessante Berufsbilder im Handwerk gebe.

„Es kommt bestimmt die Zeit, da werden die Handwerker mit der Sänfte in die Baustelle gefahren“, so de Vries. Bei dem Gespräch kam Harald Dietzmann explizit auf den Schulentwicklungsplan zu sprechen, der in diesem Jahr auslaufe. „Die Fortschreibung wird dem sich neu zusammensetzenden Kreistag überlassen. Ist anzunehmen, dass die bisherigen Inhalte so bestehen bleiben?“, fragte Dietzmann. In dem Schulentwicklungsplan ist unter anderem festgeschriebenen, dass eine Oberschule bei einmaliger Unterschreitung der Mindestanmeldezahlen von 29 Schülern nicht sofort geschlossen werde, sondern die normalen Schwankungen berücksichtigt und das darauffolgende Jahr beobachtet werde. „An allen drei Standorten, Badenhausen, Hattorf und Bad Sachsa, haben sich die Anmeldezahlen gut entwickelt“, betonte Riethig „ich gehe davon aus, dass wir auch weiterhin auf die Grundlagen des Schulentwicklungsplans setzen“. Keller berichtete, dass in diesem Jahr 40 Schüler nach der vierten Klasse von der Grundschule abgehen. In der Regel würden 50 Prozent zur Oberschule wechseln, dazu kämen ungefähr noch zwischen zehn und 15 Schüler aus Osterode. Momentan besuchen 228 Schüler die OBS.

Unter der Corona-Pandemie habe sich gezeigt, dass das große Gelände der OBS ein großer Vorteil sei, so Keller weiter. Durch abgegrenzte Bereiche auf den beiden Schulhöfen, könnten alle Schüler (in den momentan geteilten Klassen) gemeinsam in die Pausen gehen.

Auch habe die Aufrüstung im Bereich der Digitalisierung gezeigt, dass man auf dem richtigen Weg sei. 62 Ipads stehen im Homeschooling zur Ausleihe zur Verfügung, für Familien, in denen keine passenden Endgeräte vorhanden sind. Und erst vor kurzem hat die OBS 32 Chrome-Books für rund 15.000 Euro über den Landkreis anschaffen können.

Da sich die Zukunft des Lernens wahrscheinlich verstärkt in den digitalen Bereich verschieben werde, sei es jedoch eine wichtige Aufgabe, darauf zu achten, dass sich nicht nur finanzstarke Familien gute Bildung leisten können, ergänzte der stellvertretende Schulleiter, Thomas Koch.

An der OBS seien zum Beispiel viele Eltern von der kostenpflichtigen Lernmittelausleihe befreit, so Keller. „Das ist ein finanzieller Kraftakt, wenn über die vielen Schuljahre hinweg mehrere Endgeräte angeschafft werden müssen, und das auch von Eltern, deren Einkommen gerade so über der festgelegten Einkommensgrenze liegt“, betonte Koch.

(Text und Foto: Herma Niemann; Seesener Beobachter vom 28.04.2021 und Harz Kurier, Tageszeitung für den Landkreis Göttingen, vom 29.04.2021)

OBS Badenhausen
Am Johannisborn 16
37539 Bad Grund (Harz)

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