Über uns

OBS BadenhausenDie Oberschule Badenhausen bietet Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlichen Begabungen die Möglichkeit, gemeinsam zu lernen und sich zu entwickeln. Hierfür gehen wir neue pädagogische Wege, um das gemeinsame Lernen zu strukturieren, zu lernen, zu üben und die Verantwortung für das eigene Lernen zu übernehmen. Daher sind Selbsttätigkeit und Selbstverantwortung Grundeigenschaften, die ein Kind für den Besuch unserer Schule mitbringen muss. In Lernformen wie dem Klassenrat oder dem Lernbüro werden diese Eigenschaften weiter herausgebildet, um schließlich zu einem selbstständigen und selbstverantworteten Lernen zu gelangen.

Schüler der Oberschule Badenhausen setzten sich mit der Geschichte ihres Schulortes auseinander.

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Mit Neugier, Engagement und detektivischem Spürsinn haben sich Schüler der Oberschule Badenhausen auf eine spannende Reise in die Vergangenheit ihres Schulortes begeben. Im Rahmen des Unterrichts des Wahlpflichtkurses Regionalgeschichte unter der Leitung des Schulleiters Thomas Koch erforschten sie die Entwicklung Badenhausens.

Ausgestattet mit alten Texten und historischen Fotografien machten sich die Jugendlichen auf den Weg durch den Ort. „Es ist etwas ganz anderes, Geschichte direkt vor der eigenen Haustür zu erleben“, berichtet Schulleiter Thomas Koch, „In den vergangenen Wochen haben wir uns in der Theorie mit der Geschichte Badenhausens auseinandergesetzt, nun begeben wir uns auf Spurensuche im Ort. Abgerundet wird die Spurensuche mit einem Besuch des Dorfmuseums.“

Ein besonderer Fokus des Projekts lag auf der Sankt-Martin-Kirche, die als eines der ältesten und prägendsten Bauwerke Badenhausens gilt. Die Schüler untersuchten ihre Baugeschichte und beschäftigten sich mit der Bedeutung der Kirche für das Dorfleben. Dabei erfuhren sie, dass die Kirche über Jahrhunderte hinweg nicht nur ein religiöses Zentrum war, sondern auch als Treffpunkt für die Gemeinschaft diente.

Auch das alte Schulgebäude von Badenhausen rückte in den Mittelpunkt der Spurensuche. Viele der Jugendlichen waren überrascht, wie stark sich der Schulalltag früher von ihrem heutigen unterschied.

Eine besonders eindrückliche und nachdenklich stimmende Station der Spurensuche war der Friedhof von Badenhausen. Dort setzten sich die Schüler mit der Schautafel auseinander, die an die Ermordung geflüchteter KZ-Insassen in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs erinnert. Die Tafel dokumentiert, dass gegen Kriegsende Häftlinge auf sogenannten Todesmärschen durch die Region getrieben wurden. Einige von ihnen, geschwächt und entkräftet, versuchten zu fliehen – und wurden dabei von Bewachern oder lokalen Helfern aufgegriffen und getötet.

Die Jugendlichen erfuhren, dass lange Zeit nur wenig über diese Verbrechen gesprochen wurde. Erst durch spätere Recherchen und Gedenkarbeit konnte das Geschehen aufgearbeitet und öffentlich gemacht werden. Für viele der Schüler war dies ein besonders bewegender Teil der Spurensuche. Die Auseinandersetzung mit diesem Kapitel der Ortsgeschichte habe ihnen gezeigt, wie wichtig Erinnerung und Verantwortung auch heute noch seien.

Nur eine Woche später statteten die Schüler im Rahmen ihrer Spurensuche auch dem Dorfmuseum Badenhausen einen Besuch ab. Schon beim Betreten des Museums wurde deutlich, dass Geschichte hier nicht nur in Büchern existiert. Liebevoll eingerichtete Ausstellungsräume, historische Werkzeuge und originalgetreu nachgestellte Alltagsszenen vermittelten anschaulich, wie die Menschen in Badenhausen früher lebten und arbeiteten.

Ein besonderer Moment ergab sich, als der Schüler Ben Kosche die Gelegenheit bekam, eine historische Uniformjacke anzuprobieren. Mit großem Interesse schlüpfte er in das Kleidungsstück und bekam so einen ganz unmittelbaren Eindruck davon, wie sich Menschen in früheren Zeiten gekleidet haben.

Ein Höhepunkt des Besuchs war die fachkundige Führung durch das Museum. Der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Badenhausen, Thomas Burgardt, berichtete anschaulich von vergangenen Zeiten, erzählte Anekdoten aus dem Dorfleben und beantwortete geduldig die Fragen der Jugendlichen. So wurde Geschichte greifbar und lebendig. „Es ist etwas ganz anderes, die Dinge direkt zu sehen, statt nur darüber zu lesen“, meinte Schulleiter Koch.

Der Besuch im Dorfmuseum ist Teil des Unterrichtskonzepts des Wahlpflichtkurses, der es sich zum Ziel gesetzt hat, regionale Geschichte erfahrbar zu machen. Durch solche Exkursionen sollen die Schüler ein stärkeres Bewusstsein für ihre Heimat entwickeln und die Bedeutung historischer Entwicklungen besser verstehen.

Am Ende des Tages waren sich alle einig: Die Spurensuche im Schulort war nicht nur lehrreich, sondern auch eine willkommene Abwechslung vom Schulalltag – und hat die Vergangenheit ein Stück näher in die Gegenwart geholt.

Quelle: Text und Fotos: OBS Badenhausen ähnlich Harz Kurier, Tageszeitung für den Landkreis Göttingen vom 19.05.2026 und Seesener Beobachter vom 09.05.2026.

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